Compoundbogen
Bogensportclub Lahr e.V.
Der Compoundbogen
Moderne Compoundbögen wenden wie bei einem Wellrad das Hebelgesetz an. Durch die exzentrische Aufhängung der Cams verändert sich der Angriffswinkel und der Hebelarm. Werden die Rollen/Cams mit der Bogensehne nach außen gezogen, verlängert sich der Hebelarm. Dadurch ergibt sich im Gegensatz zu anderen Bögen ein nicht-linearer Kraftverlauf beim Auszug:
Mit steigendem Auszug nimmt die Kraft zunächst stetig zu (wie auch bei anderen Bögen), um dann aber beim Überschreiten des sogenannten Gipfel-Zuggewichtes schlagartig abzunehmen. Der Bogenschütze hält dann bei voll ausgezogenem Bogen nur noch einen Bruchteil des Gipfelzuggewichtes. Dadurch kann der Bogen ruhiger gehalten werden und das Zielen fällt wesentlich leichter. Typische Werte liegen hier um die 70 %, so dass im Auszug etwa 15 bis 20 Pfund gehalten werden müssen.
Durch seine Konstruktion kann ein Compoundbogen bei gleicher oder sogar größerer Auszugslänge erheblich kürzer gebaut werden und ist entweder leichter zu ziehen oder kann mit sehr viel höherem Zuggewicht bei gleichem Kraftaufwand gezogen werden. Er ist kompakter und kann länger in 'schussbereiter' Position (voll ausgezogen) gehalten werden als andere Bogentypen.
Die Pfeile können Abschussgeschwindigkeiten von mehr als 100 m/s bzw. 360 km/h erreichen. Durch die hohe Geschwindigkeit ist der Pfeil schneller im Ziel und die Flugbahn flacher.
Da Compoundbögen in gespanntem Zustand aufbewahrt werden können, muss vor dem Gebrauch nicht erst die Sehne aufgespannt werden.